Nachhaltigkeit in der Textilindustrie

Nachhaltigkeit wird nun auch für die Textilbranche ein immer wichtigerer Faktor, wenn es darum geht die Textilproduktion ökologisch und sozial zu gestalten. Verbraucher werden immer wieder durch Berichte über Brände in asiatischen Textilfirmen, die Arbeitsbedingungen in Textil exportierenden Ländern oder Umweltvergiftungen und Krankheiten bei Flora, Fauna und Mensch durch den Einsatz giftiger Chemikalien darauf Aufmerksam gemacht, dass die Kleidung die sie bei den großen Bekleidungsketten für wenig Geld erstehen können nicht sauber und fair gehandelt werden können. Dennoch verzeichnen entsprechende Unternehmen stetig Umsatzsteigerungen, dabei hat der Verbraucher doch zahlreiche Alternativen.

Der Soziale Aspekt

Das die Arbeiter in den großen Produktionshallen oder die Baumwollbauern dieser Welt im Vergleich zu den meisten Menschen in der westlichen Hemisphäre für ihre Arbeit unverhältnismäßig entlohnt werden und die Arbeitsbedingungen in vielen Fällen gegen die Menschenrechte verstößt. ist letztlich der Globalisierung in Verbindung mit einem knall-harten Preiskampf zu schulden. Die weltweiten Produktions- und Handelsstrukturen lassen es gar nicht anders zu. Verbraucher können mit ihrem Kaufverhalten dennoch aktiv etwas gegen derartige Bedingungen beitragen, indem sie auf entsprechende Siegel achten. Siegel wie Fairtrade oder Global Organic Textilstandarts garantieren dem Verbraucher zumindest soziale Mindeststandards innerhalb der Produktion der entsprechenden Kleidungsstücke. Die „Fair Wear Foundation“ setzt sich besonders für die Rechte von Textilarbeitern ein.

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Keine 100% Garantie

Für den Verbraucher ist zwar keinesfalls sicher, ob die beworbenen Produkte auch wirklich halten was sie versprechen, die Chancen zumindest sind höher als ohne diese Siegel. Oft ist jedoch nur ein Teil der Produktionskette mit dem jeweiligen Siegel zertifiziert worden, andere Teile der Produktion werden unter Umständen nicht beachtet. Ein Wandel kann nur dann eintreten, wenn die Mehrheit der Verbraucher entsprechende Produkte verlangt. Worauf sollten bewusste Verbraucher weiterhin achten?

Ökologischer Aspekt

Die ökologischen Auswirkungen der Massentextilproduktion sind gravierend. In einigen Ländern dieser Welt sind ganze Seen und Flüsse mit Chemikalien verseucht, in der Umgebung lebende Menschen ihrer Existenz beraubt. Gerade der sogenannte „Used Look“ von Textilien, den die Branche vor etwa 15 Jahren als zweifelhaften Trend etablierte, benötigt dutzende Chemikalien um die Kleidungsstücke für den westlichen Verbraucher künstlich auf alt zu trimmen. Auch der Flächen- und Wasserverbrauch sowie der Düngereinsatz in der Landwirtschaft stellen ein ernstzunehmendes Problem dar.

Alternativen zur Baumwolle

Hanf oder auch Bambus sind weiterhin brauchbare Alternativen zu herkömmlicher Baumwolle. Die meisten Kleidungsstücke, die sich aus Baumwolle herstellen lassen, lassen sich genauso gut auch mit Hanf- oder Bambusfasern herstellen. Die beliebten Bambussocken beispielsweise, sind nicht nur bequem, sondern besonders atmungsaktiv und wirken somit aktiv der Schweißbildung vor. Textilien aus den Fasern des schnell wachsenden Hanfs sind schon lange keine Hippie-Klamotten mehr, sondern bieten stilvolle Mode für unterschiedliche Geschmäcker. Der Anbau von Bambus ist darüber hinaus wesentlich weniger Flächen- und Wasser-intensiv als es beispielsweise bei Baumwolle der Fall ist.

Hoffnungsvoll in die Zukunft

Wer als Verbraucher die Augen offen hält, der wird mehr und mehr Alternativen zu herkömmlicher Baumwolle entdecken. Zur Zeit wird auch viel Forschung im Bereich alternative Fasern betrieben. So arbeitet man beispielsweise an einer Milchseide, wobei Fasern aus Milchproteinen gewonnen werden. Noch sind diese Fasern jedoch nicht robust genug um sie ohne Zugabe von anderen Fasern zu fertigen Kleidungsstücken zu verarbeiten. Second Hand Mode erlebt zur Zeit auch wieder neuen Aufschwung. Letztlich liegt die zukünftige Entwicklung zu einem Großteil beim Verbraucher und dessen Kaufverhaltens selbst.